Mehr Wohnraum durch Aufstockung - quartierverträglich und nachhaltig

Warum soll die Bau- und Zonenordnung angepasst werden?

Das Thema Wohnungsnot erhitzt die Gemüter schon seit vielen Jahren. Zu knapper Wohnraum, zu hohe Mieten, zu wenig Alternativen. Der bisher eingeschlagene Weg scheint in eine Sackgasse zu führen, was sich in stark steigenden Mieten zeigt und die Bevölkerung dazu bringt, ihrem Unmut immer wieder auf den Strassen der Stadt Luft zu machen.

Solange weiterhin zu wenige Wohnungen geschaffen werden, können Eigentümer sie so teuer wie möglich vermieten, weil es immer jemanden gibt, der bereit ist, diesen Preis zu bezahlen und das Argument überzeugt, dass das Land teuer und der Bewilligungsprozess aufwändig war. Das ändert sich erst, wenn das Wohnungsangebot deutlich ausgebaut wird. Mit der Änderung der gesetzlichen Grundlage könnten in Zukunft private, staatliche und genossenschaftliche Bauherrschaften schneller und einfacher bauen. Indem bestehende Bauten kreativ und flexibel aufgestockt werden, kann eine Vielfalt an bezahlbarem Wohnraum entstehen, der in einem urbanen Lebensraum dringend benötigt wird.

Der Initiativtext

Gestützt auf Art. 31 ff. der Gemeindeordnung der Stadt Zürich und das Gesetz über die politischen Rechte stellen die unterzeichnenden Stimmberechtigten der Stadt Zürich folgendes Begehren:

Initiative in Form allgemeiner Anregung
Eine Anpassung der städtischen Bau- und Zonenordnung, um generell in allen Wohnzonen in der Regelbauweise die maximal zulässige Gebäudehöhe bei bestehenden Gebäuden um 3 Meter zu erhöhen. Dies soll ungeachtet der bestehenden Ausnützung ein zusätzliches Stockwerk für Wohnraum ermöglichen. Der Stadtrat soll Ausnahmen erlassen können (zum Beispiel bei geschützten Ortsbildern oder unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden). Dies unter Berücksichtigung des gültigen Mehrwertabgabegesetzes.

Begründung:
In der Stadt Zürich gibt es zu wenig Wohnungen. Das Angebot kann nicht mit der starken Nachfrage nach zusätzlichem Wohnraum Schritt halten. Weil es in der Stadt keine «grünen Wiesen» mehr gibt, die sich für grosse Überbauungen eignen, ist eine Lösung des Wohnraum-Problems nur über zusätzliche Verdichtung möglich! Und wenn man bestehende Grünräume schützen will, dann muss die Verdichtung auch in die Höhe und nicht nur in die Breite gehen.

Natürlich macht eine Erhöhung um ein zusätzliches Stockwerk nicht überall Sinn. In Kernzonen, entlang von Flüssen oder dem See oder anderen sensiblen Zonen sind in der Bau- und Zonenordnung geeignete Ausnahmen vorzusehen.

Genf hat es vorgemacht: Schon seit 2008 gilt dort, dass Wohngebäude in gewissen Zonen um ein oder zwei Stockwerke erhöht werden können. Von den dort gesammelten positiven Erfahrungen soll nun auch Zürich profitieren.

Warum es sich lohnt, nicht die Mieten, sondern die Gebäude aufzustocken.

Stabile Mietpreise

Nachfrageorientierter Wohnungsbau bedeutet eine bessere Balance zwischen Wohnungsbedarf und Flächenangebot. Indem bestehende Gebäude nicht abgerissen werden, können Mietpreise nicht mit teuren Neubauten gerechtfertigt werden, und der zusätzliche Wohnraum verhindert eine Verdrängung in die städtische Peripherie.

Massvolle Verdichtung

Der städtische Wohnungsbau muss den Bedürfnissen einer wachsenden Bevölkerung entsprechen. Das heisst Flächen effizienter nutzen und mehr Wohnungen durch massvolle Verdichtung wie beispielsweise Aufstockung zulassen. So bleiben intakte Quartiere bestehen und lebendig.

Flexible Wohnflächen

Wohnflächen sollten so konzipiert werden, dass sie sich flexibel und nachhaltig den ändernden Lebensumständen ihrer Bewohnenden anpassen können. Mit neuen Nutzungskonzepten und modularen Wandsystemen sollen junge Familien mit dem ersten Kind nicht gezwungen sein, eine grössere Wohnung zu suchen. Ebenso soll dadurch die Pflegebetreuung für ältere Ehepaare in der eigenen Wohnung ermöglicht werden.

Attraktiver Wohnraum

Schnell mehr Wohnraum zu schaffen, ohne Gärten und Grünflächen zu überbauen, ist der Kern der Initiative. Deshalb ist eine Erhöhung um ein zusätzliches Stockwerk natürlich nicht überall sinnvoll. In der Altstadt, entlang den Flüssen oder dem See sowie in geschützten Ortskernen muss es Ausnahmen geben, damit Wohnen in der Stadt Zürich attraktiv bleibt.